Epecuén: Geisterdorf nach 30 Jahren wieder aufgetaucht
Das argentinische Dorf Villa Epecuén galt als Touristen-Oase, bis es 1985 zum Opfer einer anthropogenen Katastrophe wurde. Ein Dammbruch löste damals eine massive Überschwemmung aus, die den Touristenort für viele Jahre im Wasser verschwinden ließ.

(Foto: AP Photo, Natacha Pisarenko)
Die Geschichte von Villa Epecuén zählt weniger als achtzig Jahre: Die Gemeinde wurde 1921 am Salzsee Lago Epecuén gegründet. Der Lago Epecuén, der nach dem Salzgehalt nur hinter dem israelischen Toten Meer zurücklag, sollte nach Ansicht der argentinischen Gründerväter des anliegenden Dorfes bald zu einer Goldgrube werden. Der Ort erfüllte die Erwartungen und gewann bald an Popularität im ganzen Land.
Besonders beliebt war der Kurort bei der jüdischen Gemeinschaft von Buenos Aires, deren Mitglieder Epecuén vor allem an die weltbekannte Sehenswürdigkeit in ihrer Heimat erinnerte. Nach Ausbruch des zweiten Weltkriegs und der Zerstörung der touristischen Infrastruktur in Europa nahm der Besucherstrom weiter zu.
In den besten Jahren waren in Villa Epecuén 280 Unternehmen tätig, vor allem Hotels, Gasthäuser, Kuranlagen, Restaurants und Souvenirläden. Die 1500 dabei eingestellten Einwohner betreuten jährlich 20.000 Touristen (Foto: Public Domain).


Der Untergang von Villa Epecuén erfolgte genauso schnell wie sein Aufblühen ...

Bereits in den niederschlagsarmen 1940er Jahren begann der Wasserspiegel drastisch zu sinken. Die Touristen mussten eine Kilometer lange Strecke im Schlamm bis See bewältigen. Um das Problem zu lösen, wurde der Ameghino-Kanal gebaut, der als Damm funktionierte und Wasser aus entfernten Quellen nach Epecuén führte. Jedoch wurde der Kanal nicht zur Rettung von Epecuén. Durch das Verdünnen des Wassers sank zunächst der Salzgehalt im See (Foto: AP Photo, Natacha Pisarenko).
Der erneute Klimawandel am Ende der 1970er Jahre führte merkwürdigerweise zu ungewöhnlich starken Niederschläge in Argentinien und folglich zum Anheben des Wasser-standes im See. Am 10.November 1985 zerfiel der Damm unter dem Druck der Wassermassen. Die Bewohner mussten ihre Häuser verlassen, während der Ort unter der Wasseroberfläche verschwand (Foto: AP Photo, Natacha Pisarenko).
Innerhalb von weniger als zehn Jahren befand sich das Dorf bereits in einer Tiefe von zehn Metern.
Den Einwohnern von Villa Epecuén fiel es schwer, ein neues Zuhause zu finden.
Die Menschen aus den Nachbarorten beneideten sie um ihren ehemaligen Wohlstand und wollten sie deshalb nicht aufnehmen.
(Foto: AP Photo, Natacha Pisarenko)
Einigen gelang es, sich in Carhue anzusiedeln
Die Stadt lag etwa 13 Kilometer südlich von Epecuen und war von der Überschwemmung ebenfalls teilweise betroffen.
(Foto: AFP, Juan Mabromata)
Left
Right
Anfang der 2000er Jahre begann der Wasserspiegel jedoch wieder zu sinken. Aus dem Wasser kamen die alten Gebäude hervor, ein zerstörter Friedhof, Verkehrszeichen und tote Bäume. Die Besucher fanden regelmäßig unberührte Flaschen mit Cola, Bier und Brandy.
AP, Natacha Pisarenko
Anfang der 2000er Jahre begann der Wasserspiegel jedoch wieder zu sinken. Aus dem Wasser kamen die alten Gebäude hervor, ein zerstörter Friedhof, Verkehrszeichen und tote Bäume. Die Besucher fanden regelmäßig unberührte Flaschen mit Cola, Bier und Brandy.
AFP, Juan Mabromata
Anfang der 2000er Jahre begann der Wasserspiegel jedoch wieder zu sinken. Aus dem Wasser kamen die alten Gebäude hervor, ein zerstörter Friedhof, Verkehrszeichen und tote Bäume. Die Besucher fanden regelmäßig unberührte Flaschen mit Cola, Bier und Brandy.
AFP, Juan Mabromata
Anfang der 2000er Jahre begann der Wasserspiegel jedoch wieder zu sinken. Aus dem Wasser kamen die alten Gebäude hervor, ein zerstörter Friedhof, Verkehrszeichen und tote Bäume. Die Besucher fanden regelmäßig unberührte Flaschen mit Cola, Bier und Brandy.
AP, Natacha Pisarenko
Anfang der 2000er Jahre begann der Wasserspiegel jedoch wieder zu sinken. Aus dem Wasser kamen die alten Gebäude hervor, ein zerstörter Friedhof, Verkehrszeichen und tote Bäume. Die Besucher fanden regelmäßig unberührte Flaschen mit Cola, Bier und Brandy.
AFP, Juan Mabromata
Left
Right
2009 kehrte sogar der erste Bewohner in das Dorf zurück. Pablo Nowak, der einst in Villa Epecuén gewohnt hatte, fand sein verlassenes Haus bequem genug, um dort wieder einzuziehen.

(Foto: AFP, Juan Mabromata)
Nun sind die Ruinen von Villa Epecuén wieder ein populäres Ausflugsziel für Touristen und selbstverständlich ein neues Instagram-Mekka (Foto: Mauricio V. Genta, CC BY-SA 4.0).

Fotos
Natacha Pisarenko, AP Photo
Juan Mabromata, AFP
Mauricio V. Genta
Design
Erkin Rasulev
Made on
Tilda